Karl-Heinz Fricke
Ohren
Einer der Sinne sind unsere Ohren.
Ohne sie wär'n wir verloren,
denn wenn man nichts mehr hört,
ist auch das Gleichgewicht gestört.
Die Mannschaft hatte hoch verloren,
den Spielern hingen ihre Ohren.
Der Trainer schalt sie lahme Flaschen,
ihre Ohren hat er gut gewaschen.
Eine Ohrfeige bekam der Jochen,
er hatte dem Vater widersprochen.
Dieser sagte: "Lass sowas bleiben,
das musst du dir hinter die Ohren schreiben.
Herbert wollte ein Schmalzbrot essen.
Die Mutter hat das Schmalz vergessen.
Das Ohrenschmalz hat nicht gereicht,
da hat das Brot er eingeweicht.
Alles weiss die Linda Rau,
gar nichts entgeht dieser Frau,
wenn sie an ihrem Fenster sitzt
und ihre beiden Ohren spitzt.
Der Missionar bei seinen Wilden
wollte sie gern alle bilden.
Sie wollten nicht lernen, die Mohren.
Er predigte tauben Ohren.
Müde kam ein Mann nach Haus
und streckte seine Beine aus.
Er wollte sich nicht mehr bewegen,
und nur auf's Ohr sich legen.
Edeltraut schritt im Ufersand.
Plötzlich sie eine Muschel fand.
Ans Ohr gelegt tat sie lauschen
und hörte das Meer gleich zweimal rauschen.
Verzückt lächelte Friederike,
sie hört so gerne Volksmusike.
Dabei tanzte sie durchs Haus,
es war für sie ein Ohrenschmaus.
Der Landstreicher hatte kein Ziel
Zeit dagegen, sehr, sehr viel,
denn seitdem er geboren
schlug er sie sich um die Ohren.
Der Fenstergucker, ein Filou.
Er schaute gern den Pärchen zu.
Lange blieb er ungeschoren,
er hat es faustdick hintern Ohren.
Im Ohr versteckt ist ein Instrument,
die Ohrtrompete ein jeder kennt.
Wer versucht darauf zu blasen,
der muss sich untersuchen lassen.
In machem Buche find' man vor,
ein wunderschönes Eselsohr.
Karl-Heinz Fricke
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für dieses Gedicht liegen beim Autor (Karl-Heinz Fricke).






















